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∪∫ψ.

Passbildererkennungsunsinn

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PerChaTem (Pt. 8)
 

"Wenn man beginnt, seinem Paßfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren.
(Ephraim Kishon)


Man bemerke bei diesem Zitat die Verquerung von alter und neuer Rechtschreibung [die ich auch gerne mal verwende, aber nicht in einem Wort] des heute mit Doppel-S geschriebenen Wortes "Pass" - alt: Paß - sowie des Wortes "Foto" - alt: Photo. Demzufolge sollte da ganz korrekt "Paßphoto" stehen. 
Bezeichnenderweise ist das niemanden der 10 Kommentierer groß aufgefallen, um es zu erwähnen.
Ich werde mich für die Richtigstellung aber sicherlich nicht dort anmelden, eines meiner gut und gerne 15 Kishon-Büchern herausholen, den Passus suchen, abscannen und verlinken, obwohl es eine Idee wert wäre, wenn mir jemand mal einen ganzen Tag für so eine Aktion schenkt.


Nun gut, die Überschrift ist das Thema, und das ist heute mal provokant.

Um es schmackhaft zu machen gehen wir mal zurück in die Zeit wo ein Herr von Goethe noch lebte, der laut dieser Quelle (Zitat) "braune Augen hatte und [dass] seine Haare im Alter von 57 Jahren noch nicht vollständig ergraut waren". Diese Information war seinerzeit sehr wichtig, da es eben Anfang des 19. Jahrhunderts noch keine Lichtbilder aus dem Automaten gab, die man auf Papier klebte und später laminierend verschweißte, damit das Endprodukt auch lange Zeit allen Widrigkeiten trotzen konnte, die eine unsachgemäße Benutzung mit sich bringen könnte.
Darin bin ich nebenbei erwähnt ein arger Spezialist. Wie bei allen "Gebrauchsgütern" merkt man das bei mir oder bei solchen in meinem Besitz sehr schön. Leider ist es mir wohl nicht erlaubt z. B. meinen Firmenausweis hier im Blog und zum Vergleich zu einem anderen eines meiner Kollegen abzulichten. Daran könnte man klar erkennen, dass mein Einlassschein in die Firma z. B. seine Ursprungsfarbe des Hintergrunds von weiß auf gelb über die Jahre geändert hat. Ebenso auffällig ist ein deutlichen Abstrich in Form eines Streifens unterhalb meines dort aufgepressten Bildes durch Herein- und Herausschieben der Karte aus der Hülle. Des weiterem ist dieser Ausweis von anderen gut unterscheidbar, da er auch schon Opfer einer Zigarettenglutattacke geworden ist, was ihm einem markanten Fleck an der oberen rechten Ecke eingebracht hatte, denn er nach wie vor mit Würde trägt. Ja so ein Ausweis in meinen Händen hat eben Charakter.
[rhetorische Frage: schreibt man "Charakter" in der neuen Rechtschreibereform vielleicht "Karakter"? :-)]  

Halten wir also mal fest: Herr Dichter von Goethe starb 7 Jahre vor der Erfindung des Bildnissablichtungsverfahrens und hatte wohl nie ein Paßphoto in einem seiner Papiere. Dafür hatte man früher viele Daten dort vermerkt, wie eben auch das oben angemerkte, also wie jemand aussah, besondere Merkmale mitunter bis zur Kleidung, die er gewöhnlich trug. Wer sich dafür interessiert, wie es einem Goethe oder anderen Zeitgenossen dieser Zeit ergangen sein musste, dem empfehle ich diesen kleinen Abschnitt (aus der Wikipedia). Aus der gleiche enzyklophischen Quelle empfehle ich das und das.

Gerade eben der letzte Link zu Passkarte - dem Vorläufer des heutigen Reisepasses - ist kurz und interessant gleichermaßen, bedenkt man vor allem die Wahl des Wortes "Personenausweis" - Verlinkung geht zu "Personalausweis" - dort (Zitat) "Das 1919 verabschiedete Passgesetz des Deutschen Reiches kannte die Passkarte als Ausweisdokument nicht mehr, sie wurde durch den Personenausweis ersetzt."
Das wiederum ist eine andere Geschichte und steht auf anderen Blättern, die uns jetzt und hier nicht interessieren sollten.

Ein kleines PS an Interessierte, das ich bei meinen Artikel Urlaubsreisen nicht beleuchtet habe, möchte ich mit einem erneuten Wiki-Link zugänglich machen. 


- - - Fortsetzung 28.09.13 - - -

Mit ganz großer Sicherheit hat jeder Mensch Kärtchen auf denen lediglich der Name des Inhabers steht, bei manchen nicht einmal das, lediglich eine Unterschrift und manchmal nicht mal das. Trotzdem ermöglichen diese einem Rabatte oder gar freie Zutritte. Dafür muss man nicht mal volljährig sein, um solche zu besitzen und natürlich auch zu benutzen. Wenn ich bei mir Perso und Krankenkarte nicht mitzähle bin ich sogar bei einem Verhältnis von 1:1. Wenn ich weiter nachdenke, welche Karten ich am Häufigsten nutze - also mindestens 1 x pro Woche -, dann muss ich mir eingestehen, dass ich sogar im Positivbereich bin. Gerade die vornehmlich wichtigen so genannten Papiere benötige ich so gut wie nie. Das mag bei mir aber auch daran liegen, dass ich eben nicht zum Arzt gehe wie so mancher nach dem frühmorgendlichen Erwachen in die Toilette. Zuletzt habe ich diese Karte vor 4 Jahren benutzt, zeitweise hatte ich auch mal für fast 1 Jahr überhaupt keine, weil ich sie verschmissen hatte und keine neue angefordert habe. Jetzt habe ich lustigerweise 2 .  

Auf der anderen Seite würde ich es für wirklich gut empfinden, wenn so manches handliche Plastikteilchen ein wenig mehr Infos von mir preisgeben würde. Welche das wären, würde ich aber dann gerne selbst entscheiden. Z. B. hätte ich nichts dagegen, wenn ein Modegeschäft meine Konfektionsgröße wüsste sowie auch meine modischen Vorzüge. Dann bräuchte ich nur noch dem Verkaufspersonal die Karten reichen und eine Minute später würde ich dann vor den richtigen Kleiderständern landen. Diese Infos könnte das Laden auch mit dem Staat teilen, damit hätte ich gar keine Probleme.
Wer meint, das wäre blöd und schiebt gerade beim Lesen dieser Zeilen den Nasensteg seiner Brille mittels des Zeigefingers etwas höher, den frage ich ungezwungen gerne, ob denn auf der "Brillenkarte" des Optikers seiner Wahl nicht auch die eigene Augenschärfe steht. 

mein hündisches Gegenstück laut doppelganger.co.nz
Hätte ich diesen Artikel im letzten Jahr geschrieben, so käme nun eine kleine Gedankenrunde zum Thema Führerschein auf, der ja bekanntlich unverfallbar war. Leider ist dem nicht mehr so und ich werde in 20 Jahren einen neuen beantragen müssen sowie von meinen geliebten Rosanen mit dem lustigen Bild aus dem letzten Jahrtausend dann Abschied nehmen. Ob ich das Bild behalten darf?
PS: der erste Führerschein (auf das Bild gehen um den Text zu lesen - mehr war da nicht).

Kommen wir mal wieder zu Goethe zurück und gleichwohl zum Thema, denn dieser wusste schon zu sagen: "Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit nicht auf den Talenten."
Und wenn folglich das Aussehen so völlig außen vor bleibt, warum brauchen wir dann ein Abbild von unserem selbst, dass schon z. B. mit einer neuen Frisur schwer noch mit der eigentlichen Person zu erkennen ist? Die Biometriker werden jetzt aber aufschreien, denn gerade dieses Erkennungsmethode ist ja seit 01.11.2010 für Neuausstellungen von Personalausweisen Bürgerpflicht. Und das ist wohl auch gut so, also dass wir diese Technik haben, denn hätten wir sie nicht, würden sie uns wohl wie eine Vieh "zwangsverbrandmarken". Das wäre doch mal eine Gedankenspiel wert. Ein großes D mit dem Eierkreis herum, vielleicht noch mitten auf die Stirn tätowiert. Könnt ein wenig seltsam aussehen, aber man gewöhnt sich ja an alles, ebenso wie Juden einstmals an den gelben Stern zur Zwangskennzeichnung im 3. Reich.

Brandmarkungen bei Menschen gab  es im übrigen tatsächlich in unserer Geschichte. Frankreich z. B. hatte Kriminelle bis 1832 damit "ausgestattet". Das kann man hier nachlesen, ebenso wie die aus dem Zitat des Erfinders der Bertillonage ausgehend gut-gemeinten Vorsätze: "Wir dürfen nicht ausser Acht lassen, dass das System auch zur Lösung anderer Fragen, als der bloßen Wiedererkennung von Uebelthätern geeignet ist, denn die Feststellung der körperlichen Persönlichkeit, der unleugbaren Identität eines Erwachsenen entspricht in unserem modernen Kulturleben den mannigfaltigsten Bedürfnissen."

Umso mehr ich mich in dieses Thema hineindenke, stelle ich fest, dass es mir unerklärlich ist, warum sich die Menschen die Dinge und ihre Welt stets so schwer machen. Mit ganz großer Sicherheit hat jeder von uns einzigartige körperliche Merkmale, die es möglich machen unzweifelhaft jede Person zu individualisieren. Und ich spreche tatsächlich gerade nur über Äußerlichkeiten wie z. B. Muttermale oder dergleichen.

Ein biometrisch ambitionierter Gelehrter muss auch eingestehen, dass auch z. B. die Gangart einer Person zweifellos ein Indiz für die Einmaligkeit ist. Diese hat etwas mit dem Temperament des Einzelnen zu tun.
Und ohne groß drauf weiter einzugehen, frage ich ins Blaue: warum ist das in dieser Aufführung gerade an 3. Stelle noch vor der Gesichtsgeometrie?

Die Persönlichkeit habe nicht nur ich bisweilen bei all dem Geschreibsel außer Acht gelassen, sondern auch alle anderen, die sich damit intensiv beschäftigt haben, obgleich das wohl die beste Erkennungsmethode wäre. 
Und ich werde es an dieser Stelle auch unterlassen, da ich in meinen früheren Artikeln in dieser Reihe "PerChaTem" schon überaus oft und detailliert darauf eingegangen bin. Eine besonders hauseigene Empfehlung wäre wohl der 4-Teiler Typologie nach Innerlichkeiten.


Von daher schließe ich mal wieder unvollendet zum Weiterdenken.


"Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz."
(Friedrich Hebbel)



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Kommentare :

  1. Also provokant fand ich es - gerade zu Beginn - ganz und gar nicht, eher amüsant, weil du es wieder einmal schaffst, auf Unsinn hinzuweisen, mit dem sich die Menschheit plagt. Interessant fand ich, dass du für die 'Brandmarkung' die Mitte der Stirn erwähnst. Ich wette mit dir, dass, wenn es wirklich vorgesehen werden würde, genau diese Stelle wäre, denn dort sitzt unser '3. Auge' und um zu unterbinden, dass einige Menschen es wirklich nutzen, würde garantiert genau diese Stelle ausersehen.

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    1. Ich habe zu Danken. Vielleicht sollte ich doch mal wieder im Februar in die Kirche gehen und mir ein Aschekreuz auf die Stirn geben lassen. Ich bin ein böser Mensch, der Buße betreiben muss, damit er reingewaschen wird von seinen Sünden....

      War das jetzt provokant genug? :-)
      Sabrina Setlur hat mal ein schönes Lied geschrieben, an das ich gerade denken muss: "Ich kann dich sehen" - hier zu hören, rechts daneben der Text, wo das 3. Auge auch beiläufig vorkommt: http://val.fm/ich-kann-dich-sehen-xavier-naidoo-mp3/

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