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Blogparade: Mein absurdestes Reiseerlebnis

Selbstanalyse (Pt. 17)


FSK ab 16 Jahren!
(Obgleich: der Eintrag ist eh so lange, den liest keiner, der jünger ist.)

Seit meiner Medienfastenwoche habe ich keine Selbstanalyse mehr geschrieben, von daher: vielleicht gelingt es mir hiermit. So oder so, der Blogpost ist, wie der Titel es verrät, mein Beitrag zu einer Blogparade von "Ich konnte den Hund noch nie leiden". Ein voll toller Reiseblog von Tim, den selbst ich als "Urlaubsgegner" nur empfehlen kann. Diesen Link in den Gänsefüßchen würde ich gleichsam mal vorschieben, will man wissen, wie ich es mit (dem) Reisen so halte. 

Wer es nicht lesen will, ich fasse mal ein wenig zusammen, bevor die Geschichte beginnt.
Anschauung #1: gehe nur dorthin in Urlaub, wo du wirklich entspannen kannst
-> ergo: verweile lange Zeit, sonst ist es per eigener Definition kein Urlaub
Anschauung #2: 1 Woche Fußmarsch = die max. Entfernung zw. Heimat- u. Urlaubsort
Anschauung #3:  kenne den Rückweg (ohne Hilfsmittel der Technik)
Anschauung #4: suche nicht das Glück (, finde es)
Anschauung #5: 0815-Sachen turnen mich ab

Und jetzt noch ein "Geheimnis": Hätte ich keine Hunde, gäbe es diesen oder diesen Blog nicht, und auch logischerweise keine Homepage. Ich wäre seit Jahren schon auf Reisen. Die dauerhafte Sesshaftigkeit ist kein Freund von mir (hauseigene Empfehlung: Autarkie ist nicht das non plus ultra). Ich bevorzuge das Teil-Nomadendasein, welches mich in kreisförmigen Märschen immer wieder an die heimatliche Stätte zurückführt. Leider war mir das bislang in diesem Körper verwehrt. Der Tag soll aber noch kommen.

Und trotzdem gab es in meiner Vergangenheit (15 Jahre ist es her) eine Zeit, wo ich - sagen wir zwangsgebunden - hin und wieder Reisen unternahm. Selbstredend immer spezielle Trips zu seltensamen Plätzen; und genau einen solchen möchte ich jetzt in aller Freiheit beschreiben, auch wenn es meine Person womöglich in ein schlechtes Licht bringen könnte. Aber sei's drum, möge die Geschichte beginnen, inwieweit sie auch wahr ist.


Es war einmal... Anfang Juni 2001, der ausersehnte Urlaubsort sollte ein Hare-Krshna-Tempel im niederbayerischen Jandelsbrunn sein (hier als Verschwörungstheorie missbraucht), idyllisch gelegen in bauernhöfischen Strukturen. Kurzum: mitten in der Pampa, abgeschirmt von jeglicher Zivilisation. Das ist ein geiler Ort um richtig guten Krshna-Brennstoff zu rauchen, lassen wir es laut Deutschem Gesetz grenzwertig sein, auch wenn es freigeistlich erscheint. Es hat eben einen Vorteil: es macht den Kopf frei. Es hat auch einen Nachteil: man kommt auf dumme Gedanken, die in dieser Umgebung eigentlich völlig fehl am Platz sind. Man geht ja da nicht hin, um sich Zuzudröhnen, sondern eher um seine spirituellen und andersartigen philosophischen, religiösen und theologischen Anschauung zu vertiefen, den eigenen Horizont in Gefilden zu treiben, die einem das Nirwana (निर्वाण) näherbringen, als es einem vielleicht lieb und recht ist. Kurzum²: man stößt an seine Grenzen - auf geistiger Ebene.  
Jetzt könnte man sagen "Ja gut, der Vorteil ist eher ein Nachteil und der Nachteil ein Vorteil", aber das war leider nicht so. Ich will also erklären...

"Die Vorsehung treibt manchmal seltsames Spiel", sagte ich meiner damaligen LAG. Die Wahrheit hinter dieser umschwollenen Formulierung ist dagegen eine Einfache. Das zu verrauchende Willkommenskraut am Lagerfeuer außerhalb der Siedlung kam nicht von einem Anhänger dieser Gemeinschaft. Der Typ hat sich da mal niedergelassen, weil er in seiner Heimat nicht mehr wohlgesonnen war; mit anderen Worten: er wurde von der Gendarmerie gesucht, nicht für Spaß wohlgemerkt. Er war also ein Schluchti im Land der Niederbayern und de facto gerade als Krshna-Jünger getarnt. Diese nette Gestalt kannte ich aus einer noch unschöneren Vergangenheit. Seine Anwesenheit war für mich nur insoweit überraschend, dass er es tatsächlich dorthin schaffte. Demnach handelte ich in meiner pragmatischen Art - Planerfüllung war angesagt. Meine LAG sollte aber nicht zu kurz kommen. Daher schickte ich den Burschen mit einer weiteren Mission auf Reisen. Ausgemacht war eine Rundfahrt durch das schöne Österreich, mit meinem Auto. Zurückkommen sollte er mit reichlicher Beute, die mir auch zu Hause das Nirwana so nah bringen würden, als ob ich noch im Urlaub bei den Krshnas wäre. Nicht nur Rauchzeug, das wäre zu langweilig, das wäre nicht dienlich. Gewinnbringend sollte es ja schon auch irgendwie sein.
Damit meine LAG nichts von diesen dubiosen Geschäften mitbekam, wurde seine Aufgabe etwas anders definiert bzw. gar erweitert. Er sollte aus Österreich von seinem Onkel, der Hundezüchter war - und gerade einen Wurf Welpen hatte -, eine hübsche Brandlbracke mitbringen. Damit war auch klar, warum mein Geldkuvert so dick war, seine Anzahlung war damit erklärt. Meine Skepsis hingegen war in meinen jungen Jahren schon gut ausgeprägt, und so erwartete ihn noch eine weitere Last. Damit ich sicher gehen konnte, dass er auch zurückkehren würde, musste er einen jungen Burschen von 15 Jahren mitnehmen, den ich schon von einem Besuch aus dem letzten Jahr kannte. Die Familie lebte nicht im Krshna-Dorf, aber war gewissermaßen ein Teil der Bewegung. Dessen Mutter überzeugte ich schnell, war doch der Hofhund vor kurzem verstorben, dem der Junge so nachweinte. Damit hatte mein österreichischer Geschäftspartner zwar ein weiteres Problem an der Backe, aber das war mir egal. Den Aufpreis würde ich ihm entlohnen.

Wer noch dabei ist, gut. Wer alles überlesen hat, auch okay. Der springende Punkt kommt nämlich jetzt: mein Auto - ein Golf Madison mit ordentlich PS - war nicht mehr in den besten Jahren. Es hatte Probleme mit dem Kühlhaushalt seines brennstoffbetriebenen Motors, kurzum³: bei Stadtfahrten qualmte es aus der Haube, gleiches auch bei Spritztouren auf der Autobahn, wenn man Bleifuß mit dem Gaspedal spielte. Der Kurierfahrer hatte also die strickte Order von mir bekommen, dass er milde mit meinem vierrädrigen Vehikel umgehen solle. Anderenfalls würde er in sein eigenes Nirwana eintauchen, das ihn wohl hinter schwedische Gardinen bringe, so meine Prophezeihung. Damit war meine Ansprache, meine letzte Predigt an ihn beendet. Alles war abgemacht, und alles was ich noch roch, war Rauch aus dem Auspuff. Alles was ich noch hörte, waren quietschende Reifen aus der Ausfahrt des Krshna-Dorfs, ein aufheulender Motor. Alles was ich sah, war ein Schluchtenscheißer, der aus dem offenen Fenster meines Madisons grölend mit Handgebaren auf sich aufmerksam machte. Der 15jährige stimmte in diese ausgelassene Lebensart ein, seine Hände sehe ich noch heute aus dem Schiebedach winken. Das war es. Geistig war ich nicht mehr im Nirwana. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon vor einem Bahnhofsschalter, zwei Tickets für die Rückfahrt lösen.

"Den sehen wir nie mehr" sagte ich meiner LAG, und behielt Recht, um es kurz zu machen. Doch sie war voller Zuversicht. Der Welpe war schon in den Brunnen gefallen, aber sie hielt ihn noch (oder schon) gedanklich in den Händen. Dieser Illusion gab ich mir nicht hin, dafür eine Woche Auszeit in jener wunderschönen Umgebung. Gute Luft, bezaubernde Menschen, nette Nutztiere (oder umgekehrt). Dickmilch empfehle ich jedem, der nicht vegan lebt, und selbst denen. Ich war damals noch Vegetarier und muss klar sagen: die Hausherren wusste sehr gut pflanzliche Leckereien zuzubereiten. Bei den Krshnas kann man dick werden oder abnehmen. Ich war von den vielen Gesprächen so geistig beansprucht, dass mir eher letzteres zufiel. Vielleicht spukte im Kopf auch immer wieder die Last mit ein, die ich zu tragen hätte, wenn es wieder per Zug nach Hause ging. Ich nahm ergo gefühlte 5 Kilo ab, meine LAG hingegen 5 Kilo zu, was ihr gut stand. 
Wie auch immer, es war einfach eine tolle Woche. Wir gingen auch mal aus, nach Passau, eine schöne Stadt. Bevor ich aber ins Nebensächlichkeiten abfalle, komme ich lieber zum Ende, ehe es noch zu langatmig wird.   

Dafür begeben wir uns mal gedacht hinter Wien, genauer gesagt irgendwo zu einer Autobahnumkehr hinter Neu-Wien. Dort streikte nämlich mein Automobil, seine Dienste der Beförderung nahmen hier ihr Ende. Nichts ging mehr. Eine Nacht verbrachten die beiden Reisenden im Wagen. Danach kam der ÖDAC, der ihnen eigentlich nur helfen wollte. Dumm war nur, dass mein Kurier keine Fahrerlaubnis bei sich trug, denn die hatte er mir als Pfand hinterlegen müssen. Dazu noch seinen Schlüssel zu einem stillgelegten Audi A4. Ich wollte unbedingt sicherstellen, dass er sich nicht mit der Beute auf und davon machte.
Tja, und was machen so fliegende Engel auch jenseits deutscher Grenzen, wenn sie einen Halbwüchsigen mit Rasterhaaren neben einem im weißen, ärmlichen Sherwani [Krshna-Gewand] antreffen, wobei sich letzterer nicht ausweisen konnte? Naja, sie rufen halt die Gendarmerie zur Hilfe. Hilfe war das jedoch nicht unbedingt für meinen Kurier. Sein Weg führte, wie von mir prophezeit, in das Kittchen. Der 15jährige durfte von seiner Mutter abgeholt werden.
Just nach dieser Hiobsbotschaft war ich auf und davon. Die Krshnas fuhren uns zum Bahnhof, der Zug fuhr uns in die Heimat und ein Kumpel sammelte uns am Bahnhof auf. Sein Auto durfte ich dann eine Woche ohne Bedingungen fahren, meinen Führerschein durfte ich behalten, man kennt ja so manchen Beamten, der einem die Weste wäscht. Der Madison wurde im Übrigen begraben, direkt vor Ort, ein 3-Generationen-Ausflug (Sohn/Vater/Großvater) nahm von ihm Abschied und machte einen schönen Kurzurlaub in und um Wien (nebenbei: der letzte meines Opas - so wie ich es damals schon meinem Vater prophezeit hatte). Der Hund wurde auch angeschafft, von einem Bauernhof aus der Gegend, ein Spitz-Mischling, ein wenig günstiger - 10 Euro DM [Deutsche Mark]. Ich taufte das Mädchen Narasimha - nach dem Tempel -, sie hieß letztendlich Hanna und starb vor 2 Jahren. Narasimha hieß dann eben mein Nachfolgefahrzeug, ein weißer Peugeot 204. Mein Entzug verlief in einer Woche brennend, alle waren glücklich, selbst meine LAG, nachdem sie alle Details von mir in Erfahrung brachte. Wir sehen uns heute noch regelmäßig, sie ist eine zuckersüße Muse. 


Insoweit bin ich durch. Ein absurder Urlaub? Vielleicht. Ein Happy End? Vielleicht. Ein bitterer Nachgeschmack ... bestimmt! Von daher, ein Wort, ein Komma, ein Punkt.
Eine Bemerkung als Ausruf: macht bei der Parade mit, es macht frei.

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