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Fliege im Auto, Teil 4

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Geschichtle III (Part 1d)
 Fortsetzung von: "Fliege im Auto (Pt. 1+2 und 3)" 

http://www.blog.adelhaid.de/2013/11/fliege-im-auto-teil-4.html

"Der hängd da dra wäi a daabe Muggn!" ("Der hängt da dran wie eine taube Mücke!")(fränkisches Sprichwort [Zitat]; gemeint: "Der ist mit einem Problem völlig überfordert.") 


Bevor der Text folgt (die Leseempfehlung vorab ist unten unter "Fränkisch" im Cache) ...
Kurze Spracherklärung (aufgrund der Zitate unten wie oben [sogar] mit Bild):
Vorwiegend im süddeutschen Raum sowie auch teils in Österreich versteht man unter dem Begriff Mücke (oder "Muck") im eigentlichem Sinne die Fliege. Der sprachliche Unterschied bringt damit hervor, dass nur Schnakenarten als Mücken angesehen und so dann auch ihre Bezeichnung finden.
Andererseits ist dieses (wohl) sprachliche Defizit in meinem Sinne gar keines, da eben so nicht die landläufige Meinung zu Tage tritt, die da wäre, dass der Unterschied zwischen Mücken und Fliegen darin bestünde, dass die einen stechen und die anderen nicht [*1]. Es ist sogar ferner so, dass viele Mückenarten gar nicht stechen (können, zumindest nicht uns Wirbeltierwesen), wenn ich nur mal so an Fenster-, Pilz-, Dung-, Haar- oder Stelzmücken denke. Gerade bei Lidmücken z. B. stechen nur die weiblichen Exemplare [*2].
Umgekehrt sagt ein Sprichwort auch "Wenn die Fliegen beißen, kommt ein Gewitter!" [*3]
Von daher sei es jedem ausgeprägten Dialektsprecher in den südlichen Gefilden Deutschlands verziehen, wenn er sprachliche Gepflogenheiten nicht einzuhalten pflegt.
Ferner werde ich darauf noch in der Geschichte Bezug nehmen, allerdings geht es dann um das Hören. In diesem Sinne seien mir auch persönlich diese Zitate verziehen, weil sie mir im Kontext eben so zugeflogen sind, auch wenn sie für manch Einem falsch im Bezug oder sogar ungepflogen erscheinen mögen.



K a p i t e l  I V
- Die Heimreise -

Es muss um die Mittagszeit gewesen sein, denn die Sonne stach ganz gewaltig vom Zenit. Zu meinem Glück nicht direkt auf die große schräg-gestellte Scheibe im Fahrerraum und erst recht nicht auf die im hinteren Bereich. Das Auto schien mir im Vergleich zu den anderen auf diesem Parkplatz sowieso leicht fliegenfreundlicher gebaut zu sein, zumindest wenn es darum ging den auftreffenden Sonnenstrahlen nicht zu viel Angriffsfläche zu bieten. Zum Einen waren die Scheiben kleiner, zum Anderen auch nicht so schräg angelegt, wie z. B. bei der Blechkarosse nebenan, ein so genannter Sportwagen. Fahrend meist, stehend aber definitiv ein heißer Flitzer. Die Lackfarbe spielte dabei keine übergeordnet große Rolle - bezeichnenderweise war sie weiß -, die Sitzschalen und die ganze Verkleidung im Innenraum dagegen eine entscheidende. Jene waren nämlich schwarz und aus einem tierischen Material verarbeitet. Ein guter Speicher für Wärmeenergie. Freilich war der Rennwagen wohl schwerer in seiner Gesamtkonstruktion, doch unter den gegebenen Bedingungen schien das auch eher nebensächlich. Denn im Vergleich war der Schutzanstrich meines zeitweiligen Zuhauses weitaus natürlicher, die Innenverkleidung zwar nicht, aber zumindest auch nicht hauptsächlich tierischen Ursprungs.
Ich vermied es trotzdem sie auch nur gedacht in diesen Stunden zu berühren, geschweigedenn aus meinen Versteck hervorzukriechen, welches weiterhin am Boden des Kofferraums war. Um genauer zu werden auf einer Wickelunterlage für menschliche Säuglinge; und zwar einer sehr guten. Wenn der Fahrzeugführer der Käufer war, dann hatte er seinerzeit sehr großen Wert auf Qualität gelegt. Könnte sein heller Vierbeiner reden - Haare von jenem waren zumindest gehäuft dort vorzufinden -, so hätte ich einen weiteren Fürsprecher für das ausgezeichnete Produkt, ausgelegt für die unnatürliche Geschichte des Gebrauches von Windeln und deren Wechsel, gefunden. 

Als ich zu diesem Zeitpunkt aus der Ferne laute Stimmen hörte, deren unangenehm dumpfer Tonfall mir bereits nach kurzer Zeit unerträglich vorkam, konnte ich meiner Neugierde jedoch nicht Einhalt gewähren. Ich flog kurz auf eines der überzogenen Polster, welches überraschend kühler als vermutet war, um einen Blick auf die lärmenden Gestalten zu werfen.
"Aha, dachte ich es mir doch!" konnte ich mich selbst summen hören, war aber trotzdem noch in Gedanken bei den Fenstern jenes Vehikels, hinter denen ich mein Überleben fristete. Nur mühevoll striff ich meine Überlegung beiseite, womit meine Frage, warum die Menschen nicht Gläser ohne selektive Transparenz verwendeten, auch für mich unbeantwortet blieb.
Die Krachmacher dagegen hatten ganz andere Probleme, na ja, sagen wir mal freundlicherweise einfach gestricktere. Es schien, als ob sie sich unschlüssig wären, wo sie die Mittagssonne nun am besten genießen könnten. Direkt neben mir erschloss sich eine Art rampenartiger Bau, gut einem Meter über den Boden, auf dem die Räder meiner nun stillstehenden Mitfahrgelegenheit standen. Er (der [Vor]bau) gehört zu einem Gebäude mit Überdach, dass offensichtlich eine Art Lagerhalle war. Das Ganze erstreckte sich bestimmt 50 Meter in die Länge - die Breit war mir schleierhaft -, und da das Auto ganz am Anfang gen Westen stand, konnte mir eben dessen Unterdach schon in ein paar Stunden Schutz vor der unsichtbaren sowie der weitaus gefährlicheren kurzweiligen Infrarotstrahlung der Sonne Einhalt gebieten. Die ersten Schatten konnte ich zumindest auf der Rampe schon erkennen. Die offensichtlich noch sehr junge Menschen - 3 an der Zahl - schienen das bei allem Geisteswitz, der in ihnen unbekümmert und unvollkommen herumschlummerte, wohl auch zu erkennen. Würde einer von denen ebenfalls so ein Verbrennungsmobil lenken, ich wäre niemals auf den Gedanken gekommen eine Reise ins Ungewissen zu unternehmen.
Nachdem die Kreaturen sich nun auf ihre Allwertesten gesetzt hatten - angelehnt an der Gebäudemauer -, konnte ich auch die dazu passenden Fratzen erkennen, deren weitere Ausprägung in späteren Alter ich mir bei Leibe nicht vorstellen wollte. Was sie genau miteinander plauderten konnte ich ebensowenig ausmachen, weil ihre Mundbewegungen sehr ungenau daherkamen, im Gesamtbild aber stimmig. Ich war folglich sehr froh als sie ihre Speisen auspackten, die sich sich gleichsam ohne groß zu zögern in ihre Kehlen stopfen. Dadurch lies die Konversation etwas nach, verstummte aber nicht, denn sie legten überraschend wenig Wert darauf die offensichtlich erhitzte Nahrung ordentlich mit ihren Beißwerkzeugen im Munde zu zerkleinern.
Mal abgesehen von dieser Würg- und Schlingtaktik musste ich um ein Neues darüber nachdenken, warum die Menschen seit geraumer Zeit ihr Essen überhaupt erhitzen. Kein anderes Lebewesen tut das, selbst der so selbst genannte Homo Sapiens erst erschreckend kurzzeitig im Vergleich zu seiner tatsächlichen Existenz hier auf Erden. Eine solche Ernährung macht überhaupt keinen Sinn, zumindest so wie sie betrieben wird. Die Speisen werden in einem Topf erhitzt oder noch schlimmer in Pfannen gebraten oder gar bei noch höheren Temperaturen frittiert. Mal ganz abgesehen davon, dass dadurch krebserregenden Stoffe entstehen, werden sämtliche Nährstoffe, Enzyme, Mineralien und vor allem Vitamine verändert oder sogar gänzlich zerstört. Es ist eine viel zu fettige, ja auf Eiweißzufuhr basierende Ernährungweise, die für keinen Körper der Welt so vorgesehen war. Doch der Mensch zählt auf diese, ja hat sein gesamtes Leben darauf aufgebaut. Dabei wäre ein Umdenken gar nicht mal so schwer. Anstelle des Verkochens könnte man die Speisen einfach (An-)Dampfen. Hat man einen Topf aus Edelstahl beispielsweise genügt schon ein Aufsatz auf diesen mit Löchern am Boden. Unten wäre das erhitzte Wasser, im Löchertopf das Essen, das mit dem Wasser nur durch den Dampf in Kontakt gerät.    

    
--- Fortsetzung 15.12.2013 ---

Beim Anblick solcher Gestalten war ich überglücklich darüber, dass ich geschützt von der Außenwelt in einem Treibhaus meine Stunden fristete. Wäre ich draußen gewesen und käme meiner göttlichen Pflichten nach, also deren totes Essen wieder mit Leben zu beseelen [vgl./siehe in Teil 2, "Kapitel III - Eine Reise", über den 1. Textbild], so hätten die Esser mit ganz großer Sicherheit ihr Beute verteidigt, die sie in jener Beschaffenheit auf kurz oder lang krank machen würde, abgesehen davon wie sie zu den Mitteln kamen, um sich solch einen Frass im Austausch gegen geprägte Münzen zu erwerben. Ohne Erkenntnis dieses mörderischen Systems waren sie Teil einer Verkettung von Dingen, die Menschen unbeseelt auf der Erde wandeln ließen. Ohne Verstand liefen sie so herum wie Zombies, sinnlos ihr Leben verschwendend; da spielte es keine große Rolle, ob denn ihre Beseelung durch deren Erschaffer nun seinerzeit stattfand oder nicht, also eben nur eine Erzeugung von Leben war, um weitere Sklaven des von Gott abgewandten Lebens zu schaffen...
Gegen meine Verpflichtungen hätte ich mich nicht wehren können, denn ich wäre nicht nur ein Narr sondern auch jemand, der sich selbst und die Schöpfung infrage stellen würde, täte ich nicht so.

In der gedachten Situation, dass ich unter diesen Menschen sei - die der unvernünftigen Verteidigung ihrer selbst oder all dem was sie für sich als Eigentum anersehen haben, mit allen Mitteln bis zum Tode nachkämen würde -, könnte mich nur eines vor dem Ende meiner Existenz bewahren, und zwar die Tatsache, dass ich eine eher kleine (so genannte) Stubenfliege zu sein schien. Wir sind leichter und kleiner als unsere Artgenossen, mit Namen Schweiß- oder Fleischfliege, benötigen somit auch weniger Flügelschläge, was sich dann beim Ton bemerkt macht, der in dem Fall nicht die Musik, sondern die Frequenzentscheidung über Leben und Tod ausmacht. Brummer werden eher zerschlagen als Summer wäre ein einfache Aussage. Dabei stelle man sich nur vor, dass der Mörder hingegen nicht mal weiß, ob er nun ein männliches oder weibliches Exemplar zerstört hat noch warum dieses Etwas ein solches Geräusch gemacht hatte. Er denkt gar nur, dass es uns ausschließlich deswegen gibt, um ihn - also sich und Seinesgleichen -, lästig zu werden. "Womöglich hatte der gute Herrgott eine schlechte Sekunden in seiner Schöpfungsphase" wären weitere unsinnige Gedankenverwirrungen. 
Aber wie soll man der Mehrzahl der Bipedisten die Unrichtigkeit erklären, wenn sie doch nicht mal wissen ihren längsten Sozialpartner zu verstehen, wenn es um innerartige Kommunikation geht. Zumindest da aber haben sie einen einfachen Satz verinnerlicht, der da wäre: "Ein bellender Hund beißt nicht!" Und ich denke es reicht an dieser Stelle für mich weiterzudenken, denn Frieden kann ich nicht bringen, wenn ich schon bei lautem Summen um mein Leben bangen muss. 

So seltsam es ist, beneidete ich doch diese Geschöpfe, die ich zur Mittagsstunde auf ein Neues erleben durfte. Denn sie haben die einmalige Chance die Zerwürfnisse und Trennungen zu Ihresgleichen und dem Allumfassenden wieder zu finden, zu erwecken und mit Leben zu füllen. Gehen sie auf den ehrvollen Pfad der Gnade, so werden sie in sich Gedanken feststellen, die so klein wie sie auch zu sein scheinen so groß für sie von eigener Bedeutung sein werden. Und dann auch für mich und allen anderen Lebewesen, weil wir sie dann endlich wieder verstehen. Sie werden sich dann nicht mehr gegen uns stellen, und die Welt könnte eine schönere werden.

Bis zur Wiederkehr meines Chauffeurs schwelgte ich noch ein wenig in diesen oder ähnlichen Vorstellungen, die mir mitunter wohl auch das Leben retteten, denn erstmals erkannte ich in Satz des Rückkehrers [vgl. in Teil 1 "Kapitel 1 - Vor der Reise", vorletzter Absatz] "In der Ferne findest du kein Glück" einen tieferen Sinn.    
Die vereinfachte Quintessenz meiner Überlegungen war in meiner eigenen Sicht zu finden, die ich umdrehen musste. So war es war dumm von mir zu denken, dass ich woanders mehr Glück finden würde. Hätte ich es gewagt die Zeit außerhalb des Vehikels zu verbringen, wäre nicht nur die Gefahr groß gewesen, nie mehr zurück zu kommen, sondern auch mein Leben zu verlieren. Das wäre grundsätzlich nicht so tragisch, aber für die Weitergabe meines Wissens als epigenetische Lebensform [vgl. wiederrum in Teil 2, "Kapitel III - Eine Reise", noch etwas weiter oben] nur dann sinnhaft, wenn ich mit solchen Gedanken bereits das Fahrzeug bei der Ankunft verlassen hätte. 
Von daher trieb mich nun etwas ganz anderes an wieder lebend nach Hause zurück zu kommen. Der Greis und auch der Rückkehrer waren nicht mehr in der Lage ihr Wissen weiterzugeben, von daher lag es an mir, dass nun zu tun. Es galt also folglich auszuharren und zu Überleben ...


--- Fortsetzung und auch das Kapitel V - Nach der Reise folgt doch in einen Teil 5 ---

"Mir sein wenicher werd wie die Muggn, 
soga an ner Muggn is wos droh, mir taung bloß zum Saufn."
(Titus Petronius Arbiter, Cena Trimalchionis ['Hermeros über die Tischgsellschafd'] auf Fränkisch)
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Quellenangaben / weiterführende Links:

[*1] http://www.hoppsala.de/index.php?menueID=26&contentID=895
[*2] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lidm%C3%BCcken&oldid=116812990
[*3] http://pagewizz.com/koennen-fliegen-beissen/

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